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Stadtportrait Lengefeld - Über die Geschichte unserer Stadt
 
Im Kalkwerk wurden 1942 über 20t Blei-glanz und Zinkblende gefunden und der Verhüttung zugeführt. Im Zuge der Suche nach Uran durch die Deutsch-Sowjetische Aktiengesellschaft Wismut 1949 - 1951 kam nochmals das "Berggeschrei" auf. Drei Schächte wurden getäuft und mit 100 Bergleuten belegt. Es gab hier einen eigenen Wismutverkaufsladen für Lebensmittel. Da aber Erze so gering waren, wurde nach der geologischen Untersuchung der Bergbau wieder eingestellt. Das Kalkwerk Lengefeld ist das einzige Bergwerk, welches in Lengefeld ununterbrochen seit 1528 bis heute in Betrieb ist und noch un-tertage Kalkstein fördert. Damit ist Lengefeld die einzige Stadt in Sachsen, in der heute noch ein Untertagebergbau betrieben wird. Lengefeld ist einer von zehn Orten des Erzgebirges, der in seinem Stadtwappen Schlegel und Eisen führt.

Da der Erzbergbau in unserem Ort immer schon ohne großen Erfolg war, mussten sich die Bewohner frühzeitig um andere Erwerbsquellen bemühen. Als Haupterwerb war jahrhundertelang die Leinenweberei ansässig. Die Innung der Leinenweber wurde 1587 gegründet. Nach der Wende und der Einführung der Marktwirtschaft ist der Nachfolgebetrieb Baumwollspinnerei 1990 eingegangen. Um 1900 arbeiteten noch 450 Hausweber in ihren Wohnungen. Durch die Gründung der Stadt konnten sich viele Handwerker ansiedeln und eigene Innungen gründen, so 1573 die Fleischer, 1576 die Schneider und 1584 die Schuhmacher. Aber auch andere Gewerke waren tätig, wie Schlosser, Tischler, Wagner und Schmiede. Aus der Fleischerinnung ist die über hundertjährige Wurstfabrik hervorgegangen, die im Jahre 1955 nach Olbernhau verlagert und nach der Wende ebenfalls geschlossen wurde. Zwei Holzschleifereien sind um 1960 eingestellt worden. Aus der unteren Schleiferei ist die Erzgebirgs-Fisch GmbH hervorgegangen, die sich auf Forellenmast spezialisiert hatte. Diese wurde 1998 aufgelöst. Seit 1906 ist als größter Betrieb in Lengefeld der Leuchtenbau ansässig. Bis 1990 war dieser Betrieb führend bei der Herstellung von Wohnraumleuchten in Ostdeutschland mit 1000 Beschäf-tigten.
 
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