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| Stadtportrait Lengefeld
- Über die Geschichte unserer Stadt |
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Bedingt durch veränderte
Bedingungen in der Marktwirtschaft konnte der Umsatz nicht
beibehalten werden. Der Nachfolgebetrieb produzierte noch
bis zum Jahre 1999 mit bis zu 50 Beschäftigten. Nach
Inkrafttreten der Wirtschafts- und Währungsunion im Jahre
1990 sind in Lengefeld gewachsene Industrien vom Markt verschwunden,
wie zum Beispiel die Lederwaren-, Metallwaren-, Hartpapier-
und Holzfabrik. Dafür sind neue Geschäfte und Handwerksbetriebe
eröffnet und bestehende renoviert und modernisiert worden.
Die 1952 gegründete LPG ist 1991 aufgelöst worden.
Viele Bauern haben sich als Wiedereinrichter mit ihrem Hof
selbständig gemacht. Die über Lengefeld hinaus bekannte
Haflinger-zucht der LPG ist jetzt ein eigenständiger
Betrieb. Der geplante Bahnhof in Lengefeld ist 1875 durch
die Bevorzugung der Talstrecke nicht gebaut worden und dadurch
ist der Ort industriell nicht zum Aufblühen gekommen.
Das Werden Lengefelds ist mit der Geschichte des Schlosses
Rauenstein eng verbunden. Die Burg wurde am mittelerzgebirgischen
Querweg von Freiberg nach Annaberg als Zoll- und Schutzburg
des Flöhaüberganges angelegt. 1398 gelangte sie
in den Besitz des Markgrafen von Meißen und wechselte
öfters die Herrn. Kurfürst August kaufte die Herrschaft
Rauen-stein 1567 und machte daraus ein Amt. Es bestand bis
1596. Nachdem das Amt zu Wolkenstein gekommen war, wurde es
von verschiedenen Pächtern verwaltet. Danach kaufte es
1651 der Pächter von Römer. Nachdem 1743 der letzte
Römer gestorben war, ging es an verschiedene Besitzer
über. Der erste bürgerliche Eigentümer war
1816 C. A. Hänel aus Schneeberg, der auch auf Herders
Ruh begraben liegt. Das Besitztum übergab er 1843 seinem
Neffen Freiherr von Herder, einem direkten Nach-kommen des
bekannten Weimarer Dichters. Nach der Bodenreform in der damaligen
sowjetischen Besatzungszone Deutschlands und der damit verbundenen
entschädigungslosen Enteignung der Familie von Herder
im Jahre 1946 wurde die Burg ab 1949 in ein Kinderkurheim
umgebaut und bis 1998 als Kurheim für Mutter und Kind
genutzt. Es ist ein bekanntes Baudenkmal der Fachwerkarchitektur
von 1630. Die Familie von Herder hat das Schloss mittlerweile
vom Landkreis zurückgekauft und bemüht sich um eine
sinnvolle Nutzung der ehrwürdigen Gebäude.
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